Im Verschweigen ihrer Meinung übers Verschweigen verschwieg wiederum sie selbst etwas. Eine in sich geschlaufte Paradoxluftschlange, die niemandem die Party versaute. Rebekka war sich wohlig. Rebekka ist die Hauptfigur von Kirsten Fuchs' zweitem Roman: Reiseverkehrskauffrau, Anfang 30, gerade wurde sie von ihrem Freund verlassen, gerade liegt ihre beste Freundin im Sterben, gerade ist ihr Leben in Berlin richtig zum Kotzen. Mit "Heile, heile" beweist Fuchs enorme thematische Treffsicherheit: Es geht ums Loslassen, ums Auf-eigenen-Beinen-Stehen und Sich-unabhängig-Machen. Doch leider versinken die guten Ideen der 31-jährigen Autorin in unerträglichen Satzkonstruktionen. Kirsten Fuchs spielt mit Sprache, nimmt jedes noch so platte Wortspiel mit, ist dabei oft nervig witzig, oft einfach nur blöd. Dass ihr Roman eigentlich von großen Gefühlen wie Liebe, Trauer, Einsamkeit erzählt, wird dabei immer nebensächlicher - schade, schade.
Heile, heile -
Kirsten Fuchs
rowohlt BERLIN
2008
320 páginas
10h 40m
ISBN-10: 3871346039
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