Mit Carr, Crimp, Ravenhill und der viel zu früh gestorbenen Sarah Kane hat Herausgeber Nils Tabert es geschafft die englische Szene gut darzustellen. Auch die Interviews mit den Autrinnen sind gut, allerdings oft nur auf das abgedruckte Stück bezogen. Das ist allgemein ein Schwachpunkt des Buches. Es ist zu stark auf diese Stücke zentriert und lässt andere Stücke und Autoren sowie Gesamteindrücke und Entwicklungsstränge in Englands Metropole zu sehr aussen vor. Besonders bei Sarah Kane wundert einen die Wahl des Stücks, da Zerbombt (Blasted) und Gesäubert(Cleansed) wesentlich mehr Reaktionen in den Medien ausgelöst haben als das eher schwache Phaedra's Love, das in dem Band abgedruckt ist. Zumal Nuils Tabert mit Shoppen und Ficken das Stück ausgewählt hat, das Ravenhills Ruhm begründete. Nötig wäre daher ein zweiter Band mit weiteren Autoren wie Martin McDonagh oder auch Irvine Welsh, sowie mit weiteren Stücken, besonders von Sarah Kane. Auch der Überblick über die Theaterszene und die Rezeption in den Medien wäre in einem solchem Band ausbaufähig.
