Heinrich Schliemann, dessen einzigartige archäologische Funde in der Welt für Aufsehen sorgten, verdankte seinen Ruhm seiner späten Berufung. Von kleinem Wuchs und stark kurzsichtig, von seiner ersten Ehe enttäuscht und getrieben von der Sucht nach Anerkennung und Ruhm, begann er mit 46 Jahren, das sagenumwobene Troja zu suchen.Der Hobbyarchäologe, der die Mittel für seine Forschungen seinem kaufmännischen Geschick verdankte, besaß eine schillernde Persönlichkeit voller Widersprüche: Er war ein geschickter Kaufmann und ein Abenteurer, ein Realist und ein Träumer, ein Autodidakt ? und ein Betrüger, der seine eigene Biographie fälschte.Der Bestsellerautor Philipp Vandenberg folgt den abenteuerlichen Spuren dieses ruhelosen Mannes, der Homers »Odyssee« wörtlich nahm, intuitiv die historischen Zusammenhänge erfaßte und dadurch die sagenhaften Städte von Troja und Mykene mit ihren Goldschätzen wiederentdeckte. [Amazon.de Reviews]: Über ein halbes Jahrhundert war der Schatz des Priamos verschwunden und wurde oft schon als verloren angesehen. Dieser legendäre Schatz und das äußerst interessante Leben des Troja-Ausgräbers sind die Hauptmotive des Buches von Philipp Vandenberg. Er stößt dabei das traditionelle Schliemann-Bild vom Sockel und zeigt einen Menschen, der ganze Passagen seiner Lebensgeschichte einfach frei erfunden hat. Heinrich Schliemann hat mehr als 60.000 Briefe, 18 Tagebücher und 10 Bücher, darunter eine Selbstbiografie hinterlassen. Keine leichte Aufgabe für einen Biografen, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Vandenberg weist jedoch schlüssig nach, dass Heinrich Schliemann in seiner Korrespondenz vor allem sich selbst darstellte und seine Briefe damals schon im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung angelegt hat. Er zeichnet den nur 157 cm kleinen Schliemann als einen Mann, der von einer Idee besessen war und hierfür wahrhaftig Berge versetzte. Ein Workaholic, der zehn Leben zu leben versuchte, aber immer ein Sonderling und Einzelgänger blieb. Interessant bei der Lektüre ist, dass der Autor den Außenseiter Schliemann in einem Spannungsbogen zwischen höchster Bewunderung und tiefster Verachtung schildert, zum Genuss des Lesers. --Manuela Haselberger





